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Warum kann ich nicht loslassen?

  • migre0
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Warum Loslassen oft einfacher klingt, als es ist



Ein Mensch auf einer Bank, der bunten Blättern im Herbst dabei zuschaut, wie sie davon fliegen. Als Teil eines Beitrags über das Loslassen.

"Du musst einfach nur loslassen!"

"Lerne, loszulassen!"

"Lass es los!"


Wie oft habe ich diese Worte so oder so ähnlich, in meinem Leben schon gehört.

Sie klingen aber auch schön.

Und vor allem: so einfach!


Einfach nur die:

Ängste loslassen.

Vergangenheit loslassen.

Kontrolle loslassen.

Vergangenheit loslassen.

Und schwupps, bist Du ein neuer Mensch.


Je mehr ich loslassen wollte, desto fester hielt ich fest


Ich sag mal so...

...meiner Erfahrung nach klingt das Ganze zwar recht einfach.

Isses aber nicht.

Glaube mir, ich bin so oft fast daran verzweifelt.

Denn ich habe an allem festgehalten.

Klar habe ich das. Ich kannte ja nichts anderes.

Und völlig egal, ob ich das nun gut fand oder nicht, ich konnte es nicht loslassen.


Ich habe meditiert, Rituale gemacht, verbrannt und dem Universum übergeben.

Ich habe affirmiert, beschlossen und laut ausgesprochen.

Und ich habe versagt.

Zumindest habe ich das selbst so wahrgenommen.


Ich konnte inzwischen ja ziemlich klar sehen, wo ich die Verantwortung für mein Leben, selbst trage. Und vieles davon dürfte von mir aus gern gehen.

Aber glaubst Du mir, wenn ich Dir sage, dass ich in dieser Zeit, mal so gar nichts losgelassen habe?

Tatsächlich scheine ich mir sogar, noch etwas neues zum dran klammern eingefangen zu haben: Selbstzweifel.

Denn was bleibt denn noch, wenn man sowas einfaches wie das Loslassen nicht hinbekommt?


Ich habe mich so sehr unter Druck gesetzt.

Loslassen hier, loslassen da.

Und während ich so sass und ich mich darauf konzentrierte, mal hier, mal da, etwas loszulassen, erschien es mir fast so, als würde ich noch viel fester zuklammern.

Aber das konnte doch nicht sein!


Naja, aus heutiger Perspektive vielleicht doch.

Denn so, scheint es nicht wirklich zu funktionieren.

Ist die Voraussetzung dafür vielleicht ganz anders, als wir glauben?


Was wäre, wenn Loslassen gar nicht der erste Schritt ist?


Also wie funktioniert das mit dem Loslassen?

Ich habe festgestellt, dass ich, je mehr ich etwas weg haben will, mehr davon bekomme.

Es scheint, als würde genau das Gegenteil von dem passieren, was ich eigentlich will.

Und genau das hat mich stutzig gemacht.


Denn vielleicht liegt der Beginn von Veränderung immer in der absoluten Akzeptanz von dem, was gerade ist.


Es macht keinen Sinn, gegen etwas anzukämpfen, was gerade ist.

Denn es ist gerade. Ob es Dir nun gefällt oder eben nicht.

Warum das keinen Sinn macht?

Die Ursache für das, was heute da ist, haben wir in der Vergangenheit gelegt.

Gestern, letzten Monat. Vielleicht schon vor Jahren.

Nicht immer durch unsere eigene "Schuld", aber ganz sicher durch unser Denken und Handeln.


Die einzige Möglichkeit, die uns wirklich bleibt, ist, andere Ursachen für morgen zu legen.

Denkst Du anders, handelst Du anders.

Handelst Du anders, bekommst Du ein anderes Ergebnis.


Das klingt vielleicht einfacher, als es wirklich ist. Viel zu oft, hängen wir einer Art "Käfig" fest, den wir uns selbst gebaut haben. Ein Käfig aus Gedanken, Mustern und immer der selben Art und Weise, mit Geschehnissen und Dingen umzugehen.

Oft sind wir uns diesem Käfig gar nicht bewusst.

Unser Nervensystem hat ihn für uns gebaut.

Meistens um uns zu schützen.

Und wir glauben viel zu oft: "Das sei nunmal so.", "So ist eben das Leben." oder "So bin ich halt."

Oder wir stellen irgendwann fest, dass wir diesen Zustand mal so gar nicht mögen.

Und wollen ihn weghaben.


Veränderung beginnt nicht mit Kampf, sondern mit Akzeptanz


Vielleicht stellst Du Dir an dieser Stelle die Frage, wie Du den gegenwärtigen Zustand akzeptieren solltest? Er ist ja schliesslich mehr als ungünstig.

Vielleicht bist Du ja pleite.

Oder einsam.

Oder hoffnungslos.

Und ich gebe Dir Recht. Das sind ales Zustände, die eigentlich niemand haben will.


Aber ich spreche nicht davon, diesen Zustand gutzuheissen.

Ich spreche auch nicht davon, diesen Zustand zu wollen.

Ich spreche davon, anzuerkennen, dass er gerade da ist.

"Ja, ich bin zur Zeit pleite."

"Ja, ich bin zur Zeit einsam."

und

"Ja, ich bin zur Zeit hoffnungslos."

Mehr nicht.


Oft kommen in diesem Zusammenhang Gefühle hoch, die gern mal angeschaut werden wollen. Vielleicht Scham. Vielleicht Zweifel oder Traurigkeit.

Lass sie einfach mal da sein.

Nur für einen kurzen Moment.


Vielleicht entsteht Loslassen von ganz allein


Denn vielleicht entsteht wirkliches Loslassen nicht durch Wollen.

Vielleicht entsteht Loslassen von ganz allein, wenn wir für einen Moment mal nichts verändern wollen. Sondern nur mit dem sind, was da ist.



Vielleicht kennst Du auch das Gefühl, innerlich leer zu sein oder nur noch zu funktionieren. Dann könnte Dich auch dieser Beitrag interessieren:



Denn manchmal beginnt Veränderung nicht damit, etwas loszulassen. Sondern damit, überhaupt wieder wahrzunehmen, was gerade in uns geschieht.

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