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Der Sinn des Lebens oder: Wozu lebe ich eigentlich?

  • migre0
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Mann, der lächelnd auf einer Wiese in der Sonne liegt und sein Leben geniesst.

Wozu lebe ich eigentlich?

Diese Frage geistert mir schon eine ganze Weile in meinem Kopf herum.

Ich kann doch nicht nur hier sein, um so vor mich hin zu leben.

Ich muss doch etwas erschaffen. Etwas besonderes sein. Einen Fussabdruck hinterlassen. So gross wie möglich und von Dauer.

Ich muss doch irgendwie wichtig sein.

Und etwas, das bleibt.


Interessanterweise, habe ich mir diese Frage früher nie gestellt.

Als Kind schonmal gar nicht. Da war es klar.

Ich bin da zum Leben.

Und dann wurde ich erwachsen und habe mich "eingegliedert".

Und währenddessen gar keine Zeit gehabt, mir diese Frage zu stellen.

Ich habe das gemacht, was eben alle so machen.

Gearbeitet, gefeiert, Sport gemacht, Sex gehabt.

Und dann geschlafen.

Und am nächsten Tag wieder genau das selbe.


Mir ist noch nicht mal aufgefallen, dass ich so viele legale und illegale Substanzen zu mir genommen habe, um das irgendwie zu ertragen.

Und trotzdem habe ich das beste daraus gemacht.

Es war ja normal. Haben ja schliesslich alle so gemacht.


Wenn das normale Leben plötzlich nicht mehr funktioniert


Und dann kam mein Zusammenbruch.

Naja, um ehrlich zu sein brauchte ich mehrere.

Aber irgendwann war ich eben an dem Punkt, wo diese Art von Leben nicht mehr funktioniert hat.

Also begann ich, an meinem Bewusstsein zu arbeiten.

Und dann geschah es.

Diese eine Frage klopfte unerbittlich an die Wände meines Verstandes:

"Wozu bin ich überhaupt hier?"


Es war leicht darauf eine Antwort zu finden. Man muss nur Youtube öffnen oder sich eine Handvoll Bücher über Spiritualität und Bewusstseinsentwicklung bestellen.

Ich bin hier, um meine Grösse zu leben.

Ich bin hier, meiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen.

Und ich bin hier, um die Welt zu verändern.

Naja, wenns weiter nichts ist.


Die Suche nach Sinn und Bewusstsein


Dachte ich mir und begann, hart an mir zu arbeiten. Sehr hart.

Im Nachhinein vielleicht etwas zu hart.

Aber ich habe geglaubt, dass ich noch nicht genug geheilt bin.

Dass ich noch nicht bewusst genug bin.

Und, dass ich einfach noch nicht genug an mich selbst glaube.

Also weitermachen. Nur noch diese eine Übung. Diese eine Masterclass.

Dieser eine Onlinekurs.


Und dann?

Selbstvorwürfe.

Selbstverurteilung.

Dieser bohrende Gedanke: "Ich schaffe es einfach nicht. Ich bin nicht genug."


Warum Selbstoptimierung uns erschöpfen kann


Es ist schon eigenartig, dass die Bewegung die uns suggeriert, dass sie gekommen ist um uns zu retten, genau die ist, die uns noch weiter in den Abgrund reisst.

Heute glaube ich, dass vieles von dem, was uns als Bewusstseinsentwicklung verkauft wird, oft noch tiefer in den Selbstzweifel führt.

Immer noch eine Übung. Immer noch ein Kurs. Immer noch das Gefühl, noch nicht „weit genug“ zu sein.


Also, warum bin ich nun wirklich hier?

Um ehrlich zu sein, werde ich diese Frage, wohl nur rückblickend in ihrer Ganzheit beantworten können. So wie eigentlich alle Fragen, die mein Leben betreffen.

Aber:

Ich habe beschlossen, mir den Weg bis zur Beantwortung dieser Frage etwas, wie sagt man, lustvoller zu gestalten. Leichter. Und vergnüglicher.


Vielleicht nehmen wir uns selbst viel zu ernst


Denn es gibt da ein paar Dinge, die ich auf meinem Weg gelernt habe.

Dass wir uns selbst viel zu ernst nehmen.

Dass wir dazu neigen, unser Leben viel komplizierter zu machen, als es eigentlich sein müsste.

Und, dass wir unserem Leben oft eine Bedeutung geben, der wir gar nicht gerecht werden können.

Diese 3 sehr menschlichen Eigenschaften führen viel zu oft dazu, dass wir die einfache Antwort auf scheinbar existenzielle Fragen, gar nicht erst wahrnehmen können.


Denn wie verändert sich denn die Antwort auf die Frage, wozu ich eigentlich da bin, wenn ich die oben genannten Gewohnheiten, einfach mal aussen vor lasse?

Wenn ich aufhöre, mich selbst und das Leben so ernst zu nehmen.

Wenn ich damit aufhöre, immer alles zu zerdenken.

Und wenn ich damit aufhöre, meinem Leben ein riesengrosse Bedeutung zu geben,


Was vom Leben übrig bleibt


Ich war mal eine Zeit lang in Kanada zum wandern und Mountainbiken.

In der Northshore von Vancouver, steht an jedem Eingang zu den Wanderwegen, ein Schild mit folgender Aufschrift: "Don't take anything then pictures. Don't leave anything then foodprints." (Nimm nichts mit ausser Fotos. Lass nichts da ausser Fussabdrücke.)


Vielleicht sagen uns diese Worte nicht nur, wie wir mit der Natur umgehen sollten.

Sondern geben uns auch einen Wegweiser für unser Leben.

Denn wenn wir all den Druck, all den Stress und all das "Müssen" mal weglassen, aus was besteht das Leben dann noch?

Aus Erinnerungen und dem Weg, den wir gegangen sind.

Nichts weiter.


Damit wir uns richtig verstehen. Auch ich habe ein, manchmal etwas grössenwahnsinniges, Ego. Auch ich will jemand besonderes sein. Ich will die Welt verändern. Ich will etwas erschaffen, das bleibt, wenn ich schon weg bin. Und wenn ich ehrlich bin, will ich dabei so viele Menschen retten wie es nur möglich ist.

Und das darf sein.

Aber ich lerne immer besser zu verstehen, dass ich nicht dieses Ego bin.

Und, dass es mir weitaus besser geht, wenn ich nicht alles was ich tue, diesem Grössenwahnsinn unterordne.

Denn es erstickt mich. Frisst mich auf und macht alles klein, was ich jemals geschaffen habe.


Meine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens


Also, wozu bin ich nun am Leben?

Meine ganz persönliche Antwort darauf ist folgende:

Ich bin hier zum Leben. Ja, zum einfach vor mich hinleben.

Mit all seinen Facetten.

Zum traurig sein. Zum weinen. Zum lachen. Zum staunen. Zum wundern. Zum spielen. Zum lieben. Zum geliebt werden. Zum Liebe machen.

Und zum sein.

Und das, ist wohl die grösste Herausforderung meines Lebens.

Mir einzugestehen, dass ich weder etwas verpasse, noch weniger wert bin, wenn ich mal nichts tue und einfach nur bin.


Daraus entsteht natürlich etwas, dass mein Ego so gar nicht mag.

Aber mein Nervensystem enorm entspannt.

Vielleicht bin ich gar nicht so wichtig, wie ich immer geglaubt habe.

Vielleicht bin ich gar nicht hier, um die Welt zu verändern.

Und vielleicht muss nicht alles was ich tue, irgendeine Bedeutung haben.


Paradoxerweise verändere ich so vielleicht tatsächlich die Welt.

Indem ich beginne, das Leben so zu wahrzunehmen, wie es vielleicht mal gedacht war.

Als einen riesengrossen, wirklich abgefahrenen Abenteuerspielplatz.

Nur in echt.



Vielleicht kennst Du diese Frage auch: „Wozu bin ich eigentlich hier?“


Falls Dich Themen wie Sinnsuche, Selbstwahrnehmung, Nervensystem und Menschsein interessieren, findest Du auf meinem Blog weitere Gedanken, Dialoge und Audioblogs über genau diese Fragen.


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